Saitenblick

Marius Zeiger fertigt E-Gitarren mit Handwerk, Empathie und Leidenschaft.
Ein Werkstattbesuch.

Foto: Zeiger Guitars, Marius Zeiger

Marius Zeigers Werkstatt ist überschaubar, aber einladend und gemütlich. Kunden sind immer willkommen. „Wer bei mir eine E-Gitarre bestellt, kann immer vorbeikommen und zuschauen, wie sie entsteht“, erzählt der Münsteraner. Rund drei Monate dauert das. Seit seiner Tischlerausbildung beschäftigt Zeiger sich mit dem Gitarrenbau, weil er bei den bekannten Marken die ideale Gitarre für sich nie gefunden hat. „Ich fand auch alle zu teuer dafür, dass sie nur in einem großen Werk von einer Maschine gefräst werden.“ Schon damals hat er die Instrumente repariert, restauriert und eben auch eigene entworfen und gebaut. Inzwischen hat der 30-Jährige eigene E-Gitarren-Serien mit den sprechenden Namen „Hope“, „Bold“ und „Hail“ entworfen. Aus Idealismus, aus Liebe zum Holz und zur Musik, wie er sagt.

Foto: Zeiger Guitars, Marius Zeiger

Zeiger ist Tischlermeister und Gestalter. Als Handwerker macht er manches möglich, was bei der maschinellen Herstellung schlichtweg nicht geht. Außergewöhnliche Klangholzkombinationen zum Beispiel, die zu einer schnelleren Ansprache, prägnanten Mitten oder mehr Höhen beitragen. „Der Klang einer E-Gitarre hängt stark von Rohdichte und Faserverlauf des Holzes ab“, erklärt Zeiger. Trotzdem lässt sich der grundlegende Charakter von Zeigers E-Gitarren beschreiben: prägnanter Ton mit perligen Höhen, rauen Bässen und durchsetzungsfähigen Mitten.

Das Holz für seine Instrumente sucht und lagert Zeiger persönlich. Wenn eine neue Gitarre entsteht, sägt er Korpus, Hals und Kopfplatte zuerst grob zu. Dann hobelt und richtet er alles. Als Nächstes wird der Hals ausgefräst, und alle Oberflächen werden geschliffen. Anschließend lässt Zeiger die Bünde ein und lackiert die Gitarre. Zuletzt kommen Hardware und Saiten dazu.

Foto: Zeiger Guitars, Marius Zeiger

Die Kunden mögen den Spirit von Zeigerguitars „Jeder Kunde ist anders, darum sollte auch seine E-Gitarre genau auf ihn abgestimmt sein“, findet Zeiger. Hängt ein Musiker an einem bestimmten Gitarrentyp, möchte den Toggleswitch aber gerne woanders haben, fertigt er das Instrument genauso an. Das gilt auch für die Oberfläche. Die Kunden, meist Bühnenprofis mit sehr individuellen Ansprüchen, können zwischen Hochglanzlack oder Öl wählen. Weil Zeiger das Holz nur dünn mit Nitrolack beschichtet, hat die Gitarre später einen besonders offenen Ton. „Ich bin immer auf der Suche nach neuen Techniken oder Oberflächenverfahren, die die Qualität steigern“, sagt Zeiger.

Sein Anspruch sind hochwertige Unikate, bei denen jeder Millimeter mit größter Akkuratesse ausgearbeitet ist. CNC-Maschinen oder einen großen Gerätepark sucht man bei ihm vergebens. Damit die Klangübertragung optimal ist, setzt Zeiger die Gitarrenhälse auf Zehntel passgenau ein. Nachhaltige Hölzer und hochwertige Hardware aus Deutschland sind für Zeiger ein Muss. Denn die Qualität der Gitarren soll auch beim Verstärker ankommen. Nicht schrill sollen seine Instrumente sein, sondern professionell – nicht kitschig, sondern komfortabel und bestmöglich bespielbar. Marius Zeiger bringt es auf den Punkt: „Mit meinen Gitarren sollen Musiker sich auf der Bühne wohlfühlen.“

Mehr Infos: www.zeigerguitars.de

Foto: Zeiger Guitars, Marius Zeiger
2021-06-30T06:36:02+00:00 Juni 30th, 2021|Kategorien: Ausgabe3, Kunstform|0 Kommentare

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